Konrad Kriegel war für uns persönlich vor Ort in Bangalore. Er schreibt dazu:




Schulkinder mit Valli Rajan und Konrad Kriegel


Da ich zur Zeit innerhalb meines Studiums in Bangalore, Indien ein Praktikum absolviere und damit tagtäglich mit den enormen Kontrasten - Arm und Reich, Hochmodern und Mittelalter, Westlich und Indisch, diese Liste ließe sich schier unendlich weiter führen - konfrontiert werde, dachte ich, dass ich diese Zeit auch sinnvoll nutzen könnte, indem ich mir vor Ort, das von USE unterstützte Projekt anschaue und aus einfachen Erzählungen und eindimensionalen Bildern lebendige Eindrücke vor Ort mitnehme.

Nach meinem Treffen mit der Diplom-Soziologin Valli Rajan und dem Gespräch über ihre Hilfstätigkeiten für Kinder in den Slums Bangalores, machten wir uns gemeinsam auf den Weg eine von ihr unterstützte Schule zu besuchen. Die Schule selbst war nicht mehr als ein einfacher Raum, spärlich ausgestattet mit einem Tisch und zwei, vielleicht drei Stühlen und einem Ventilator. Während draußen ein geschäftiges Treiben inmitten von Rikschafahrern, Straßenhändlern, Bettlern, Müllbergen herrschte, merkte ich gleich beim Betreten dieses Raumes eine sehr freundliche Atmosphäre durch die vielen, vielleicht vierzig Kinder, die mich aufmerksam beäugten und auf dem Boden nebeneinander saßen.

Von Valli und einem weiteren Lehrer erfuhr ich, dass dies eine der Schulen ist die Anisha Urban unterstützt und die Kinder hier eine zusätzliche nachschulische Ausbildung und Betreuung bekommen um die oft unzureichende staatliche (teils auch private) Elementarschulausbildung zu ergänzen, Hausaufgaben zu betreuen und Ansprechpartner für die Kinder zu sein, deren Eltern nicht selten unter der Armutsgrenze leben und ihre Kinder notgedrungen zum Betteln oder Verkauf auf den Marktplatz schicken müssten - eine Bildung für diese Kinder wäre somit unmöglich.

Die Kinder stellten sich nun alle nacheinander vor: "My name is Arun. 7 Years old, 3rd Standard." Es war wirklich sehr bewegend diese lachenden und neugierigen Kinder zu beobachten, wie sie stolz ihre vorher gelernten englischen Sätze aufsagten und sichtlich erfreut waren, einen ausländischen Gast in ihrer kleinen Schule zu haben. Im Anschluss daran fragten die beiden Lehrer die Kinder nach den notwendigen Sachen für das nächste Schuljahr. Hier wurde mir erneut bewusst, wie wenig selbstverständlich einfache Bleistifte, Schreibhefte und Schultaschen sein können. Als ein kleiner Junge aufzeigte und mutig fragte, ob er auch einen Ball haben könne, lachten wir alle und Valli meinte, dass die Schulsachen zunächst am wichtigsten seien und es auch noch viele andere Schulkinder in anderen Schulen Wünsche haben.

Ich hoffe sehr, dass diese Kinder eine hoffnungsvolle Zukunft haben können und die dafür notwendige Bildung ermöglich werden kann!





Helfen